Wie wird eine gesicherte Allergie sinnvoll behandelt?

A] Medikamente
Die medikamentöse Behandlung einer Allergie erfolgt nach einem Stufenschema und passt sich dem Schweregrad der Erkrankung an.
In Frage kommen Antihistaminika in der Regel als Tabletten, lokal wirksame Kortisonpräparate zur Anwendung an Augen, Nase und/oder Bronchien sowie in schweren Fällen auch Kortison als Depot- oder i.v.-Präparat.
Es ist nicht gesichert, ob auch die medikamentöse Therapie allein das Risiko einer Asthmaentstehung senken kann, auch wenn einzelne Wirkungen der neueren Medikamente dies erhoffen lassen. Wenn Begleiterkrankungen dies nicht unmöglich machen sollte nach heutigem Wissen in möglichst vielen Fällen eine Hyposensibilisierung (SIT) versucht werden.


B] Hyposensibilisierung

Die SIT (spezifische Immuntherapie) wird derzeit im Wesentlichen in Form einer subkutanen Spritzenbehandlung durchgeführt, bei Kindern, ggf. auch in anderen Einzelfällen, ist auch eine sublinguale Behandlung möglich.

1. Hyposensibilisierung mit Allergenlösungen:
Die Therapie erfolgt hierbei mit hochgereinigten und im Allergengehalt standardisierten Lösungen. Diese Allergenlösung wird dem Patienten anfangs alle 7 bis 14 Tage in steigender Konzentration in das Unterhautfettgewebe des Oberarms eingespritzt. Nach 3-4 Monaten ist in der Regel die individuelle Maximaldosis erreicht. Dann kann das Therapieintervall schrittweise auf 4-6 Wochen ausgedehnt werden. Bei saisonalen Allergien wird während der jeweiligen Blütezeit die Dosis auf 20% dieser Maximaldosis gesenkt oder die Behandlung sogar unterbrochen. Nach dem Ende der Flugzeit des betreffenden Allergens wird dann schrittweise wieder bis zur Maximaldosierung gesteigert. Diese Behandlung wird für eine Gesamtdauer von 3-5 Jahren durchgeführt. Eine Besserung stellt sich aber meist schon im zweiten Jahr deutlich ein.
Die möglichen Nebenwirkungen einer derartigen Behandlung ergeben sich aus der Anwendung eines Allergens am/im Körper des Patienten. Gelangen die Allergene in größerer Menge in den Kreislauf so kann es zu einer Allgemeinreaktion kommen die sich in allgemeinem Juckreiz, Unwohlsein, asthmatischen Beschwerden, Übelkeit und Blutdruckabfall bis hin zum Schock mit Herz-Kreislaufversagen aüßern kann. Um das zu verhindern überprüft ihr Allergologe vor jedem Einspritzen des Allergens den Sitz der Kanüle mittels doppelter Aspiration. Für d
en Notfall hält der Allergologe eine entsprechende, regelmäßig zu überprüfenden Ausrüstung und Medikamentenausstattung bereit. Deshalb dürfen Sie bei einer solchen Behandlung die Praxis auch erst nach 30 Minuten Sicherheitsüberwachung verlassen.

2. Hyposensibilisierung mit Allergoidlösungen:
Bei dieser Therapieform wurden die angewandten Allergene zuvor vernetzt. Dies führt zu einer deutlich verbesserten lokalen Verträglichkeit, was dazu führt, daß man in kürzerer Zeit wesentlich mehr Gesamtallergenmenge zuführen kann und somit mit weniger Spritzen pro Jahr auskommt. Die Gesamtbehandlungsdauer von 3-5 Jahren bleibt bestehen. Das Nebenwirkungsprofil scheint ähnlich oder etwass geringer zu sein. Nach den bisherigen Untersuchungsergebnissen gibt es keinen Unterschied in der Wirksamkeit gegenüber der klassischen Hyposensibilisierung nach Punkt 1.

3. Hyposensibilisierung mit sublingualer Anwendung:
Hierbei soll die Allergenlösung bzw. die lösliche Allergentablette über die Mundschleimhaut resorbiert werden. Diese Anwendungsform setzt ein zuverlässiges Belassen der Lösung für 2-3 Minuten im Mund voraus.


Bitte lassen Sie sich bei Allergie konsequent behandeln, wenn möglich und sinnvoll mittels Hyposensibilisierung - SIT. Das setzt natürlich eine sorgfältige Diagnostik voraus. Sie persönlich haben durch eine solche Behandlung den größten Nutzen.



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